“Schutzstreifen” Halberstadt

Rechtsabbiegespur abgeschafft

Vorwort:

In diesem Artikel geht es um die Sicherheit der Radfahrer;
und nicht um Unterdrückung selbiger!

Update 14.09.2017 – Wochen später…

Womit fangen wir an? Ok, fangen wir mit dem positiven an.
Die Stadt, respektive das Tiefbauamt, hat das Thema tatsächlich nochmal aufgegriffen und versucht die Situation zu ver(schlimm)bessern.
Zwar wurde unser Vorschlag, der auch eigentlich allen Parteien im Gespräch gefiel, nicht mehr beachtet, aber der Radstreifen wurde rot angemalt.

Viel mehr positives gibt es leider nicht zu erwähnen.
Ist es doch mittlerweile so, dass einige Stimmen sagen dass das Thema nur noch lächerlich sei.
Der Stimme enthalten wir uns an dieser Stelle. Leider hat das Tiefbauamt keines der anfänglichen Versprechen eingehalten – obwohl die eigene Einsicht sie längt eines besseren belehrte.

Der “Schutzstreifen” wurde nun rot angemalt und es wurde tatsächlich eine Sperrbarke am Fußweg aufgestellt um Radfahrer daran zu hindern vor dem Kreuzungsbereich auf den Fußweg zu fahren.
An dieser Stelle dürfen Sie sich gerne einen Smiley denken. Das Problem ist nur, dass auch das eine Nacht- und Nebelaktion war. Jüngst führte schon die Errichtung des Schutzstreifens zu Unmut, da die Stadt die Bürger darüber nicht ausreichend informierte. Das sah man auch ein und wollte die Informationen diesmal rechtzeitig weiterleiten. Nunja, wollte… Erneut werden alle vor vollendete Tatsachen gestellt und erneut gibt es Aufruhr und Unmut. Aus dem Tiefbauamt heißt es der Blitzergruppe gegenüber dass das Projekt Schutzstreifen abgeschlossen ist. Eine weitere direkte Kommunikation wird es dazu nicht mehr geben. Wir mögen uns künftig an die Stadtsprecherin wenden.
Ok, das war unmissverständlich. Aber liebes Tiefbauamt, dann müssen Sie sich über solche Reaktionen nicht wundern.

Wir fragen lieber nicht was dieses Projekt bis jetzt gekostet hat. Aber die Stadt sollte lieber schon für den Rückbau sparen. Denn die Bürger Halberstadt’s sind sich ziemlich einig.
Der Schutzstreifen ist ein Fass ohne Boden.

Insgesamt hat sich bei uns der Eindruck erweckt, als wäre der Schutzstreifen ein Projekt eines jüngeren Mitarbeiters des Tiefbauamts, der es natürlich verteidigt und etwaige Planungs- und Durchführungsfehler nicht hören möchte. Schade.

Update 19.07.2017 – das Treffen mit der Stadt

In einer knapp 2-Stündigen Sitzung haben wir uns gestern mit der Stadt über das Thema unterhalten.
Das Gespräch verlief sehr gut und freundlich.

Fangen wir mal faktisch an.
Die Stadt betonte dass es sich hierbei um ein Pilotprojekt handelt. In etwa einem Jahr wird mittels Verkehrsgutachten geprüft ob das Projekt erfolgreich war oder eben als Misserfolg deklariert und ggf. zurückgebaut wird.

Zugegeben, man hat sich bei dem Ganzen etwas gedacht und der Hintergrund ist auch positiv anzuerkennen. Die Durchführung hingegen ist aus der Sicht der normalen Bürger ehr kritisch zu betrachten. Hierzu sei aber gesagt, dass die Stadt gar nicht anders handeln konnte.
So gibt es Gesetzmäßigkeiten und Verordnungen die für Spuren und Wege breiten vorgeben, die hier nicht möglich sind. Auch muss Halberstadt nach Aussage der Verkehrsplaner eine Art Auflage erfüllen und die Stadt Radfreundlicher machen. Irgendwo muss halt begonnen werden..

Trotzallem steht die Sicherheit im Vordergrund, und da sind wir noch skeptisch.
Einer der favorisiertesten Alternativvorschläge unsere Mitglieder war, den Radweg auf den Fußweg zu verlagern. Hierfür ist jedoch kein Platz und auch “neue” Normen besagen dass ein Radweg nun breiter sein muss als er es vor 10 Jahren noch war. Dieser Fakt führt auch dazu, dass der rot gepflasterte Bereich auf dem Fußweg in der Kühlinger Straße kein Radweg mehr ist und demzufolge nicht mehr als solcher genutzt werden darf. Eine entsprechende Beschilderung weist darauf hin. Der dortige Weg wurde noch nach alter Gesetzgebung gebaut und durch das Inkrafttreten neuer Verordnungen wurde der Radweg faktisch aufgehoben.

Bei der Planung und Durchführung bedienten sich die Planer verschiedenster Instrumente und Bewertungen. Mittels Studien wurde wohl belegt, dass Radfahrer auf der Straße sicherer aufgehoben sind als auf dem Fußweg.
Ich weise vorsorglich darauf hin, dass die Stadt Halberstadt mit dieser Studie nichts zu tun hat.

Diese Meinung teilen wir nicht!
Es ist uns auch unverständlich wie solche Studien vollumfänglich auf alle Gegebenheiten passen sollen.

Betrachtet man nüchtern, aus Verwaltungssicht, Fakten wie:

  • Studien
  • CO Werte in der Stadt
  • CO Ziele und Vorgaben, lang- und mittelfristig
  • Stadtkonzepte und Vorgaben für eine Radfreundliche City
  • Verkehrsmessungen und Statistiken
  • kommt man zu dem Schluss das der Radweg, so wie er jetzt ist, genau richtig ist weil man damit den vorher genannten Punkten gerecht wird.
    Man tut etwas für Radfahrer und verringert den KFZ-Verkehr in der Stadt.
    Dass das auf wenig Gegenliebe stößt, so hoffen die Verantwortlichen, ist nur in der Anfangszeit so und pegelt sich ein.

    Im Grunde verteidigten die Kollegen im Tiefbauamt das Projekt, sahen aber ein das es nicht nur positive Seiten gibt und an einigen Stellen Unmut schürt.

    Wie können wir also die Situation verbessern?
    ich hatte einige Alternativideen im Gepäck, auch die unten veröffentlichte. Die Planer fanden die Idee auch gut, aber wie wir schon befürchtet haben, reichen die Abstände zwischen parkenden Fahrzeugen und dem Radweg nicht aus. Die bösen Autotüren. Außerdem wolle man, wie schon erwähnt, die Radfahrer aktiv am Verkehr beteiligen, weil die Studie dies für die sicherste Variante hält.

    Eine weitere Idee war die Rechtsabbiegespur mit Doppelnutzung. Wenn Radfahrer aktiv am Straßenverkehr teilnehmen sollen, können sie sich doch auf der gleichen Spur wie Fahrzeuge einordnen.
    Dieses Konzept ist tatsächlich auch zulässig. Demnach gäbe es eine Geradeausspur für KFZ, daneben in Rot markiert, die geradeaus Radspur, daneben die Rechtsabbiegespur für KFZ sowie die Rechtsabbiegespurt für Räder. Leider fehlt es dafür aber an der nötigen Breite der straße und kann so nicht umgesetzt werden.

    Ein paar Ideen später war klar dass die Stadt es in jedem Fall für ein Jahr testen möchte, aber die Blitzergruppe den Sicherheitsaspekt verbessern möchte.

    Das Problem für uns ist, dass der Radfahrer nahezu ungeschützt im Kreuzungsbereich agieren muss und sich dabei lediglich auf das richtige Verhalten der Fahrzeuge hoffen kann. Wie oft haben sich einheimische wie auch Fremde dort falsch eingeordnet?
    Hin zu kommt, das ich als Radfahrer lieber auf dem Gehweg fahre, als auf der Straße/Kreuzung. Denn bis auf die weiße Kennzeichnung auf der Straße gibt es nichts was den unachtsamen Autofahrer daran erinnert das ich gerade neben ihm bin.

    So schlug ich folgenden Kompromiss vor:
    Man könnte die Geradeausspur und der Radspur baulich “trennen”. Etwa mittels kleinen Pylonen, Gummischwellen oder ähnlichem. Wir kennen das aus früheren Zeiten von der Kühlinger Straße.
    Die Radspur könnte früher mittels durchgezogener Linie für Autos tabu sein, und ab da an eben die besagten Schwellen den Fahrzeugführer daran erinnern das er nicht auf die rechte Spur gehört.
    Ziel ist es, dem Radfahrer mehr Sicherheit zu bieten und ihm auch das Gefühl zu vermitteln, sicher zu sein.

    Der Vorschlag kam gut an und dessen Umsetzung wird nun geprüft.

    Es ist eben nicht alles so einfach wie man es sich vorstellt. Politische Entscheidungen, persönliche Ansichten der Beteiligten sowie theoretische Fakten spielen eine große Rolle. Man möchte mehr für Radfahrer tun, aber nicht zu Lasten der Fußgänger. KFZ haben ohnehin mehr als genug Platz in der Stadt, also kann man den Radfahrern mehr Raum geben, indem man ihn den Fahrzeugen nimmt, begründete die Stadt. Somit schägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe.
    Der Sicherheitsaspekt wird mit theoretischen Studien, wahrscheinlich aus Großstädten, als erfüllt angesehen und nun muss man testen ob es sich bewährt.
    Sollte sich in knapp einem Jahr herausstellen das die Radfahrer den neuen Weg verschmähen und trotz allem lieber (illegal) auf dem Fußweg fahren, wird man sich erneut zusammensetzen um über einen Rückbau zu entscheiden.

    Viel Text, aber es waren 2 Stunden deren Inhalt ich euch irgendwie vermitteln wollte.
    Natürlich bleiben wir an dem Thema dran und informieren euch zeitnah über Neuigkeiten.

    Hinweis: die Stadt weist auf den Flyer der Unfallforschung der Versicherer hin.

    Update 12.07.2017

    Die Stadt Halberstadt hat uns zu einem Gespräch zur weiteren Klärung eingeladen.
    Diese Einladung nehmen wir natürlich gern an. Es findet am 18.07. statt. Wir werden berichten.

    Update 07.07.2017

    In der Volksstimme gab es dazu heute einen aussagekräftigen Leserbrief:

    Update 05.07.2017 – mit dem Rathaus im Gespräch (die Erste)

    Die Stadt hat uns per Mail geantwortet. Letzten Endes beteuert man hier die guten Absichten, welche zweifelsohne Lobenswert sind.
    Nur zur Kritik, dass es so nicht bleiben kann, äußerte man sich nicht. Wir haben heute geantwortet und mehrere Vorschläge gemacht.
    Gucken wir was die Stadt dazu sagt. Denkbar wäre auch eine Verbreiterung des Fußweges inkl. Radweg.

    26.06.2017 – Blitzergruppe fragt kritisch nach

    In Halberstadt, genauer in der Heinrich Julius Straße (Nähe Passage) war die Verkehrsführung bisher klar und deutlich.
    Wollte man in Richtung Passage / Hoher Weg, konnte man sich links einordnen. Wenn man in die Kühlinger Straße wollte, so musste man sich rechts einordnen und musste dank Grünpfeil nicht lang warten.

    Das ist nun anders. Denn die Stadtplaner sowie das Tiefbauamt haben vermutlich eine neue Strategie entwickelt um Halberstadts Innenstadt von PKWs zu befreien. Dieser zynische Satz sei mir erlaubt.
    Aber was man sich bei dieser Änderung gedacht hat, ist mir in der Tat schleierhaft. Auch die Mitglieder der Blitzergruppe diskutieren heiß und können oft nur den Kopf schütteln.
    Da wurde doch die Rechtsabbiegespur in eine zwei-teilige Fahrradspur ummodifiziert. Rechtsabbieger müssen sich nun mit in die linke Spur einordnen und haben das Nachsehen.
    Radfahrer hingegen, Halberstadt ist bekannt für die steigende Zahl an zweirädrigen UNO-Pizza-Lieferanten , können sich nun die ehemalige Rechtabbiegerspur teilen und entweder auf der Fahrrad-Rechtsabbiege-Spur stehen, oder in der Mitte der Fahrbahn auf der Fahrrad-Geradeaus-Spur warten bis grün ist.

    Wohlgemerkt neben den Autos die ja bekanntermaßen stets Rücksichtsvoll mit Radfahrern umgehen.
    Immerhin, Radfahrer müssen nun nicht mehr den eigens gepflasterten Radweg auf dem Fußweg in der Kühlinger Straße nehmen und dort dann die sichere Ampel überqueren… Nein – sie dürfen jetzt aktiv die viel befahrene Kreuzung nutzen und somit ein Abenteuer erleben.

    Klar, die Stadt denkt sich etwas bei ihren Planungen und Änderungen. Wir wollen niemanden unterstellen solch Eingriffe aus langer Weile vorzunehmen. Aber… nein, kein aber, irgendjemand wird sich dabei schon was gedacht haben. Hoffen wir..?!

    Wir haben dem Oberbürgermeister nun eine Mail geschrieben, mit der Bitte um Weiterleitung an das Tiefbauamt und die Stadtplanung, welche für eben diese Änderung verantwortlich sind.
    Gern lassen wir uns eines besseren belehren und erfahren den Sinn und Vater des Gedanken der bei dieser Änderung eine Rolle spielte.

    Wir hingegen befürchten, dass..

  • hier ein künstlicher Unfallschwerpunkt geschaffen wurde. Radfahrer die in der Mitte der Spur halten?
  • parkende Fahrzeuge sich über den Radweg (ehemalige Rechtsabbiegerspur) in den fließenden Verkehr einfädeln müssen?
  • wesentlich längere Wartezeiten in der Rushhour entstehen, da alle Fahrtrichtungen in einer Spur warten müssen
  • die Autofahrer verwirrt sind und demzufolge falsch reagieren, was die Gefahr deutlich erhöht
  • uvm.
  • Ist es Zufall das die Stadt Halberstadt derzeit eine offene Stelle als “Verkehrsplaner” ausgeschrieben hat?
    Leider habe ich nicht studiert, deshalb komme ich für den Dienst in Halberstadt in keiner vakanten Position in Frage, aber ich hätte mir bestimmt mehr Gedanken gemacht..

    Wir bleiben am Ball!

    Ist die doppelte Radspur sinnvoll?

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    Unsere Alternative:

    Ganz simpel.. den Fußweg verbreitern und die Radfahrer von der Straße/Kreuzung holen..
    Aber das wäre der Stadt wohl zu teuer… dann tauscht Radweg und Parkplätze!
    Vom Platz würde das keinen Unterschied machen. Geradeaus Spur, Trenn-Bordstein, Parkplätze, Radweg. In dieser Reihenfolge wäre die Gefahr für Radfahrer um ein vielfaches geringer.
    Man könnte die Radfahrer vor der Ampel wieder auf den gepflasterten Radweg führen und sie könnten die Ampel nutzen. So würde auch eine Rechtsabbiegespur bleiben, verkürzt aber nicht gänzlich weg. Klar, auch dieser Vorschlag hat Ecken und Kanten – das ist uns bewusst, jedoch weitaus weniger als die aktuelle Situation.
    Unsere Intension ist, dass die Radfahrer nicht auf den Kreuzungsbereich gehören.

    Und so sähe das aus:

    aktuelle Situation

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    Unser Vorschlag

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